Sexarbeit findet oft im Verborgenen statt. Stigma und gesellschaftliche Abwertung zwingen viele dazu, unsichtbar zu bleiben. Ein Blick in ein Berufsfeld, das um Anerkennung und Normalität kämpft.
Neben einer schweren Stahltür in einem unscheinbaren Chemnitzer Hinterhof ist eine Klingel angebracht, auf dem Schild steht „Salon Anja”. Das Bordell liegt weit außerhalb, im Stadtteil Siegmar, und ist von außen kaum als solches zu erkennen. Frank, der Betreiber, ein stämmiger Mann mit Bart, Hosenträgern und einer sehr direkten Art, öffnet die Tür. Durch einen dunklen Gang mit schwarzen Tapeten und rotem Teppich gelangt man in den Aufenthaltsraum, in dem sich die Frauen umziehen, Kaffee trinken, Raucherpause machen. Zwei beige Sofas, eine Reihe von Spinden und eine kleine Kaffeeküche füllen den Raum. An der Wand steht „Liebes Lounge” in verschnörkelter Schrift.
Eine der Frauen, die an diesem Tag arbeiten, ist Sara*1. Sie redet am meisten, arbeitet schon seit acht Jahren dort. Sara hat viele Stammkunden, die sie für „ihre dominante Art schätzen”. Vorher war sie Reinigungskraft in einem Fitnessstudio. Sie hat sich freiwillig für den Job entschieden. Besseres Gehalt, weniger Belastung.
Sexarbeit werde oft mit Kriminalität, Ausbeutung und Zwang gleichgesetzt, kritisiert Frank. „Die Leute haben keine Ahnung davon.” Er schüttelt den Kopf. Schuld daran seien auch die Medien – das, was die Leute im Fernsehen über Sexarbeit zu sehen bekämen.
Wir verwenden den Begriff „Sexarbeit”, wenn wir von freiwilliger, selbstbestimmter Arbeit sprechen. Der Begriff wurde von Sexarbeiter:innen selbst eingeführt. „Prostitution” wird vor allem im juristischen Kontext genutzt. Dieser Begriff ist gesellschaftlich negativ besetzt.
Stigma Sexarbeit
Sexarbeit ist ein Beruf, der gesellschaftlich stark stigmatisiert ist. Fast alle Sexarbeiter:innen im Salon Anja halten ihren Beruf vor Freunden und Familie geheim, arbeiten meist unter einem anderen Namen. „Die Freunde wenden sich dann ab, mit so Leuten wollen die nichts zu tun haben”, erzählt eine der Frauen. Diskretion dient also nicht nur dem Schutz der Kund:innen, sondern auch der Frauen.
Frank sieht sich durch Politik und Gesellschaft an den Rand gedrängt – und das wortwörtlich. Vor einigen Jahren, 2019, musste er mit dem Bordell umziehen, an den äußeren Stadtrand nach Siegmar. Schuld daran sei die Sperrbezirksverordnung der Stadt.2 Bordelle dürfen demnach nicht mehr in Wohngebieten oder in der Innenstadt sein. Wohnungsprostitution werde dort allerdings weiter betrieben, sagt Frank.
Eine der Sozialarbeiter:innen, die regelmäßig im Salon Anja vorbeischaut, ist Julia Claus von der Fachberatungsstelle “Daria” des Vereins Treberhilfe Dresden. Die Stelle bietet Informationen, Beratung und Unterstützung für alle Menschen aus dem sexuellen Dienstleistungssektor an. Außerdem sind ihre Mitarbeiter:innen im Rahmen der aufsuchenden Arbeit in Chemnitz unterwegs. An den Arbeitsorten von Sexarbeiter:innen verteilen sie kostenfreies Informations- und Arbeitsmaterial.
Kontinuum von Freiwilligkeit bis Zwang
Die Unterscheidung von freiwilliger Sexarbeit und Prostitution unter Zwang ist auch für die Sozialarbeiterin nicht immer eindeutig. “In der Praxis zeigt sich, dass es nicht nur zwei Pole gibt, also freiwillige Sexarbeit einerseits und Zwang andererseits”, erklärt Claus. “Vielmehr bewegen sich Menschen auf einer Skala zwischen selbstbestimmter Tätigkeit und strukturellen Einschränkungen, etwa durch ökonomischen Druck oder Abhängigkeiten.”
“In der Praxis zeigt sich, dass es nicht nur zwei Pole gibt, also freiwillige Sexarbeit einerseits und Zwang andererseits.”
Sozialarbeiterin Julia Claus von der Beratungsstelle Daria
Auch Ulrike Richter von der Beratungsstelle KOBRAnet ist es wichtig, das zu betonen: “Auf der einen Seite habe ich freiwillig selbstbestimmt arbeitende Personen, die über die Art der sexuellen Dienstleistungen, über die Preise, die Arbeitszeiten, über alles selber entscheiden können”, erklärt sie. Auf der anderen Seite stünden Menschen, die gegen ihren Willen in der Prostitution tätig sind, die massive Gewalterfahrungen machen, die sich nicht frei bewegen können, denen die Papiere abgenommen werden und die kein Geld verdienen.
Die Erfahrungen der Sexarbeiter:innen seien vielfältig: “Immer wieder wird deutlich, dass es nicht die eine Erfahrung gibt, sondern sehr unterschiedliche Realitäten”, berichtet Julia. “Manche berichten von Selbstbestimmung und finanzieller Unabhängigkeit, andere von starker Belastung durch ökonomischen Druck.” So würden zum Beispiel oft Preise nachverhandelt werden.
Der Großteil arbeitet nicht angemeldet
Verlässliche Zahlen in der Sexarbeit gibt es kaum. Vieles findet im Verborgenen statt, Erhebungen sind schwierig. Und: Ein Großteil der Sexarbeiter:innen in Deutschland arbeitet nicht angemeldet. Davon geht zumindest eine Schätzung der Frankfurter NGO Doña Carmen aus.3 Die Gründe dafür sind vielfältig – viele hätten Sorge vor einem Outing und den damit verbundenen sozialen Folgen, erzählt Julia. Andere befürchteten Nachteile für ihren Aufenthaltsstatus oder hätten Bedenken in Bezug auf den Datenschutz.
Die einzige Zahl, die offiziell erfasst wird, ist die Zahl angemeldeter Sexarbeiter:innen in Städten ab 50.000 Einwohner:innen. Denn bei einer geringeren Einwohner:innenzahl ist Sexarbeit in Sachsen per Gesetz nicht erlaubt. Somit liegt zwar die Zahl der offiziell angemeldeten Sexarbeiter:innen vor, die Vermutung, dass die tatsächliche Zahl weitaus höher ist, liegt aber nahe.

Zu der Illegalität kommt außerdem, dass Sexarbeit ein hochmobiles Arbeitsfeld ist. Nach Angaben der Polizei seien die Sexarbeiter:innen oft nur wenige Tage oder Wochen an einem Ort. Auch das mache eine zahlenmäßige Erfassung umso schwieriger.
Ermittlungsgruppe der Polizei zu Zwangsprostitution
Die Polizei in Chemnitz befasst sich mit dem Bereich der illegalen und Zwangsprostitution. Seit Februar gibt es sogar eine eigene Ermittlungsgruppe, die sich mit Banden, Rotlicht und Clankriminalität beschäftigt – kurz “BAROC”. Vier Beamt:innen ermitteln im Bereich der Prostitution und Sexarbeit. Die Ermittlungsgruppe wurde jedoch nicht wegen eines erwiesenen Anstiegs an illegaler Prostitution gegründet. Vielmehr wurde die Dringlichkeit des Problems bei zugleich unklarer Datenlage erkannt, erklärt Kriminalrätin Christin Sommer. “Gerade Zwangsprostitution ist ein Feld, das wir einfach nur über Kontrollen rausbekommen. Das heißt, je mehr wir kontrollieren, umso mehr Fälle stellen wir fest.”
“Gerade Zwangsprostitution ist ein Feld, das wir einfach nur über Kontrollen rausbekommen. Das heißt, je mehr wir kontrollieren, umso mehr Fälle stellen wir fest.”
Kriminalrätin Christin Sommer
Das betont auch Oberstaatsanwalt Wolfgang Klein, der sich mit den Fällen beschäftigt, die schließlich vor Gericht landen. “Prostitution gibt es gleichermaßen überall, im ganzen Bundesgebiet und auch in Chemnitz. Aber wenn man nicht sucht, dann findet man sie nicht.” Strafrechtlich relevant werde es, wenn es um Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung geht.
Betroffene finden die Ermittler:innen vor allem in privaten Wohnungen. Ein großer Teil der Prostitution findet nicht in Bordellen, sondern in Mietwohnungen statt. Diese verteilen sich laut der Polizei auf das gesamte Stadtgebiet. Hinweise erhält die Polizei von Anwohner:innen, zum großen Teil aber durch eigene Online-Recherche auf Vermittlungsplattformen.
Anwerbung im Ausland mit falschen Versprechen
Der ständige Wechsel der Prostituierten in andere Städte erschwert auch die Ermittlungsarbeit der Polizei. “Die Betreiber solcher Wohnungsbordelle wollen immer ein wechselndes Angebot präsentieren, sind aber auch darauf bedacht, ihre Frauen woanders hinzubringen, damit dort keine Strukturen für die Frauen entstehen”, erklärt Staatsanwalt Klein. Das sei ein Mechanismus, um die Frauen, die von Zwangsprostitution betroffen sind, zu kontrollieren und zu isolieren.
Oft erfolgt in solchen Fällen die Anwerbung im Ausland – und sie läuft meist nach einem ähnlichen Schema ab, erklärt Sommer. “Den jungen Frauen wird versprochen, in Europa eine Anstellung zu finden, aber vielleicht als Kindergärtnerin, als Masseurin, als Kindermädchen, als Kellnerin, als Servicekraft”, sagt Kriminalrätin Sommer. “Und wenn sie dann einmal hier sind, wird ihnen offenbart, was eigentlich dahintersteckt und dass sie jetzt natürlich einen großen Schuldenberg auf sich genommen haben. So werden sie in die Verpflichtung hineingezogen, diesen abzuarbeiten.“

Durch die Schulden entstehe eine Situation der Abhängigkeit. Oftmals werde auch Druck auf die Familien in den Herkunftsländern ausgeübt. “Die Frauen wissen sich nicht anders zu helfen, als dann tatsächlich der einzigen Möglichkeit nachzugehen: Nämlich sich in die Prostitution zu fügen.”
Der Zwang und Druck, der auf die Frauen ausgeübt wird, kann auch subtiler sein. Viele werden von den Zuhältern vermeintlich “versorgt”, erklärt Sommer. Die Frauen werden in die neue Wohnung transportiert, ihnen werden Lebensmittel geliefert. Auch Überwachungskameras würden eingesetzt – vermeintlich zum Schutz der Prostituierten, sind sie ein weiteres Instrument der Kontrolle.
Selten Anklage wegen Zwangsprostitution
Doch selbst wenn die Ermittler:innen auf vermeintliche Zwangsprostitution stoßen, ist der Nachweis vor Gericht sehr schwierig. In den seltensten Fällen kommt es zu einer Anklage. Warum, das erklärt Staatsanwalt Klein: ”Wenn die Kontrollen stattfinden, werden die Frauen natürlich auch befragt, ob sie das freiwillig tun oder ob sie unter Zwang stehen. Und wir erleben es in fast allen Fällen, dass die Frauen sagen, ich mache es freiwillig.” Damit sei eine Verhandlung eigentlich hinfällig, eine Verurteilung ausgeschlossen.
“Da kann ich nicht ankommen und sagen: Die Frau ist eine Ausländerin, die die Sprache nicht spricht, die hier alleine und hilflos ist, die vielleicht auch keine sozialen Kontakte hat”, erklärt Klein. “Damit dringe ich aber nicht durch, sondern es bleibt der Satz stehen: Ich mache das freiwillig. Und so kommt es nicht zu einer Verurteilung wegen Zwangsprostitution.”
Verurteilt werde dann in der Regel nur der Betreiber des Wohnungsbordells wegen Verstoßes gegen das Aufenthaltsgesetz – wegen des Einschleusens und Beschäftigens der Frauen. Was den betroffenen Frauen, die meist illegal in Deutschland sind, dann bleibt, ist oftmals nur die Abschiebung in ihr Heimatland. Doch dort besteht nach Angaben von Julia Claus für die Frauen ein erhebliches Risiko – es können Armut, familiäre Abhängigkeiten, gesellschaftliche Ausgrenzung oder erneute Gewalt drohen.
Unterstützung von KOBRAnet
Um dem entgegenzuwirken, versucht die Polizei die Frauen möglichst früh mit Hilfsorganisationen wie KOBRAnet zu verknüpfen. KOBRAnet unsterstützt Frauen im Prostitutionsmilieu, die von Menschenhandel betroffen sind. Wenn die Betroffenen es möchten, können sie durch die Beratungsstelle sicher und geschützt untergebracht werden. Umfassende psychosoziale Beratung kann angeboten werden.
Ulrike Richter von KOBRAnet betont, dass ihr Angebot sich aber nicht nur explizit an Betroffene von Menschenhandel richtet. “Man kann als freiwillig und selbstbestimmt arbeitende Person trotzdem auch mal in eine Arbeitssituation kommen, wo man mit Zwang und Ausbeutung konfrontiert ist”, sagt Richter.
Der Großteil der Personen, mit denen KORBAnet zu tun hat, wüsste zwar vorab, dass es um Sexarbeit geht. “Was aber häufig nicht bekannt ist, sind die Arbeitsbedingungen und das ausbeuterische Potenzial, das oft dahintersteckt”, erklärt sie. “Dass sie gegebenenfalls über 50 Prozent, manchmal auch alles abgeben müssen und vielleicht nur ein geringes Taschengeld bekommen, dass sie sich nicht frei bewegen können, dass sie ihre Papiere abgeben müssen – solche Geschichten.”
Kritik an Gesetzeslage
Ein Grund, warum viele Frauen lieber illegal statt angemeldet arbeiten, ist das seit 2017 geltende Prostitutionsschutzgesetz.4 Ziel davon sei, Männer und Frauen, die in der Sexarbeit tätig sind, zu schützen. Für Sexarbeiter:innen bedeutet das vor allem, dass sie sich persönlich bei der Stadt anmelden müssen. Voraussetzung ist eine jährliche Beratung beim Gesundheitsamt. Auch Betreiber von Bordellen müssen ihre Betriebe behördlich genehmigen lassen – und dafür bestimmte Anforderungen erfüllen. Dazu zählt beispielsweise ein Notfallknopf in jedem Raum.
Was erstmal nach einem sinnvollen Schutzkonzept klingt, bewirkt laut Sozialarbeiterin Julia in der Praxis oft das Gegenteil. “Besonders die Pflicht zur Anmeldung schreckt viele Menschen ab. Sie fürchten ein Outing, haben Bedenken wegen des Datenschutzes oder Angst vor Nachteilen beim Aufenthaltsstatus. Statt Schutz entsteht so eine Verlagerung in unsichtbare Arbeitsbereiche, die gerade die Risiken erhöht”, erklärt sie.
“Statt Schutz entsteht so eine Verlagerung in unsichtbare Arbeitsbereiche, die gerade die Risiken erhöht.”
Sozialarbeiterin Julia von der Beratungsstelle Daria
Auch Fachverbände kritisieren das Gesetz seit Jahren.5 Es habe die Situation für viele eher verschlechtert, statt sie zu verbessern. Ähnlich sieht es auch Frank, der Betreiber des Bordells Salon Anja in Chemnitz. Die Bürokratie sei abschreckend für die Frauen, erklärt er. “Insbesondere die Anmeldung beim Ordnungsamt, denn dann bekommen sie eventuell Briefe nach Hause, wo der Alte dann vielleicht verrücktspielt. Sie muss aber ihre Kinder ernähren, da muss die Anonymität gewahrt werden”, betont er. Gemeldet seien die Frauen bereits beim Finanzamt. “Warum dann noch die Anmeldung beim Ordnungsamt?”, fragt Frank.
Durch das Gesetz verlagere sich die Prostitution zunehmend in Mietwohnungen – wo die Frauen laut Frank viel weniger geschützt sind. Eine Notfallklingel gibt es selten. “Was machen Frauen, die alleine arbeiten? Wo klingeln die? Wer kommt da um zu helfen?”, sagt Frank. Laut Julia von Daria sei das Problem aber vor allem der informelle Bereich, in dem es weder Kontrolle noch Arbeitsschutzvorgaben gibt.
Weniger Bürokratie, mehr Rechte und Schutz
“Aus unserer Sicht bräuchte es statt bürokratischer Hürden vor allem Maßnahmen, die echten Schutz ermöglichen”, erklärt Julia. “Dazu gehören niedrigschwellige Zugänge zu Beratungsstellen, aber auch zu Behörden, Präventionsangebote und Weiterbildungs- sowie Professionalisierungsmöglichkeiten für Sexarbeiter:innen.” Ebenso wichtig seien faire Arbeitsbedingungen und Beratungsstellen, die einen Ausstieg finanziell unterstützen, absichern und begleiten.
Insgesamt fordern sowohl Beratungsstellen als auch Sexarbeitende selbst eine gesellschaftliche Entstigmatisierung. Sexarbeit ist in der aktuellen Gesellschaft weitgehend unsichtbar, das Bild des Berufs vermischt sich mit dem krimineller Milieus und moralischer Abwertung. “Es müsste sich erst etwas in der Gesellschaft ändern, damit es uns besser geht”, sagt Sara* aus dem Salon Anja.
Mehr Sichtbarkeit, Akzeptanz und Wertschätzung würde vielen Sexarbeitenden mehr Freiheit schenken. “Und eine Gesellschaft, die insbesondere Männer in die Verantwortung nimmt, respektvolle und gleichwertige Beziehungen zu gestalten”, fügt Julia hinzu.
- Name geändert ↩︎
- Stadt Chemnitz: Sperrbezirksverordnung für Chemnitz vom 16. Juli 2019, auf: chemnitz.de. ↩︎
- Doña Carmen e.V.: In Deutschland arbeiten 90.000 Sexarbeiter/innen, auf: donacarmen.de (3.3.2020). ↩︎
- Bundesministerium für Bildung, Familie, Frauen, Senioren und Jugend: Prostituiertenschutzgesetz vom 27. Oktober 2016, auf: bmbfsfj.bund.de. ↩︎
- Bündnis der Fachberatungsstellen für Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter: Pressemitteilung zur Veröffentlichung der Stellungnahme der Bundesregierung zur Evaluation des Prostituiertenschutzgesetzes, auf: bufas.de (24.6.2025). ↩︎
