Der Anbau von Sojabohnen gewinnt in der sächsischen Landwirtschaft zunehmend an Bedeutung. Laut aktuellen Daten des Landesbauernverbandes wurde die Anbaufläche im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent erweitert und erstreckt sich nun auf rund 2.600 Hektar.
Die Hülsenfrucht gilt mittlerweile als zunehmend verlässliche Alternative zu traditionellen Kulturen wie Raps oder Erbsen. Sie zeichnet sich durch eine ausgeprägte Hitzeverträglichkeit aus und übersteht trockene Frühjahrsperioden vergleichsweise gut. Da der Hauptwasserbedarf der Pflanze erst ab Juli einsetzt, hilft das den Landwirten, das Risiko von Ernteverlusten durch extreme Wetterereignisse zu verteilen.
Auch wenn der Anbau eine Folge der sich verändernden klimatischen Bedingungen ist, bedeutet das im Umkehrschluss, dass weite Transportwege zukünftig weniger notwendig sind. Das wäre ebenso positiv für den südamerikanischen Regenwald. Denn bislang müssen immer wieder Teile davon neuen Soja-Anbaugebieten weichen. Ökobilanz-Daten zeigen, dass sich der CO₂-Fußabdruck durch die Verwendung von regional und nachhaltig zertifiziertem Soja im Vergleich zu herkömmlichen Importen somit fast halbieren lässt.
💡 Wusstest du schon?
In China wird die Sojabohne schon seit über 5.000 Jahren kultiviert und traditionell auch als „Fleisch ohne Knochen“ oder „Feld-Fleisch“ bezeichnet. Der Grund: Soja ist eine der ganz wenigen Pflanzen auf der Erde, die ein „vollständiges Protein“ liefert. Sie enthält alle neun essenziellen Aminosäuren, die der menschliche Körper braucht, aber nicht selbst herstellen kann – in fast exakt derselben Zusammensetzung wie echtes Fleisch.
