1.850 sächsische Studierende gingen 2024 über Erasmus+ ins Ausland. Besonders bei den Städten zeichnen sich als Ziele zwei eindeutige Favoriten ab.
Seit 1987 gibt es Erasmus+, seitdem fördert das Programm jährlich Auslandssemester für Tausende Studierende. Sie sollen dadurch die Möglichkeit bekommen, für ein Semester ins Ausland zu gehen und dort Erfahrungen zu sammeln, ohne, dass die Kosten dafür zur Hürde werden. Diese Förderung macht das Auslandssemester für viele erst finanzierbar.
Die Ursprünge
Begonnen hat alles mit einer Enttäuschung. 1957 kehrte die junge Italienerin Sofia Corradi von einem Auslandsjahr an der Columbia University in New York nach Rom zurück, mehrere bestandene Prüfungen im Gepäck. Ihre Universität in Rom weigerte sich, diese anzuerkennen. Aus diesem Frust heraus entwickelte die damals 23-Jährige eine Idee. Auslandsaufenthalte für Studierende in ganz Europa sollten ein offiziell anerkannter Bestandteil des Studiums werden.
Der erste Erfolg kam fast zwei Jahrzehnte später. Der Ministerrat der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft nahm 1976 Corradis Grundprinzipien in eine offizielle Resolution auf, die den Studierendenaustausch zwischen europäischen Ländern fördern sollte. Direkt danach starteten die sogenannten „Joint Study Programs„, ein Vorläuferprogramm, das zehn Jahre lang lief.
Aus den „Joint Study Programs“ wurde 1987 das eigentliche Erasmus-Programm. 2014 bündelte die EU es mit mehreren anderen Förderprogrammen, für Berufsbildung, Jugend und Sport, zu einem gemeinsamen Programm. In Italien nannte man Corradi seither liebevoll „Mamma Erasmus“.

Die Finanzierung
Bezahlt wird das Ganze aus dem EU-Haushalt. Für die laufende Förderperiode von 2021 bis 2027 stehen rund 26,2 Milliarden Euro zur Verfügung, fast doppelt so viel wie in der Förderperiode davor. Das Geld stammt aus den Beiträgen der EU-Mitgliedstaaten, verteilt wird es aber nicht direkt aus Brüssel an die Studierenden. Jedes Land benennt eine eigene Nationale Agentur, die das Budget verwaltet und an die Hochschulen weiterreicht. In Deutschland übernimmt diese Rolle der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD).
Sächsische Hochschulen bewerben sich bei dieser Nationalen Agentur um ein eigenes Erasmus-Budget, aus dem sie dann die Fördersätze für ihre Studierenden zahlen. Wie viel Geld eine Universität bekommt, hängt unter anderem davon ab, wie viele Partnerschaften sie im Ausland unterhält und wie viele Studierende sie über Erasmus+ verschickt. Die monatliche Förderung selbst ist gestaffelt nach dem Zielland. Je höher die dortigen Lebenshaltungskosten sind, desto mehr Geld gibt es.
Der Süden liegt vorne
Bei den Präferenzen des Ziellandes zeigen sich klare Muster. Frankreich führt die Liste sächsischer Erasmus-Ziele mit 273 Studierenden an, vor Spanien mit 214 und Italien mit 209. Erst auf den Plätzen dahinter folgen Österreich, das Vereinigte Königreich und Norwegen. Anschließend folgen osteuropäische Länder wie Ungarn oder Tschechien mit jeweils 87 beziehungsweise 86 Studierenden.
Bei den Städten zeigt sich ein anderes Bild. Budapest und Wien liegen mit 77 und 75 sächsischen Studierenden weit vorn. Rang drei belegt Lyon mit 47 Reisenden. Dahinter folgt ein enges Feld: Barcelona und Trondheim kommen jeweils auf 42 Studierende, Paris und Lissabon liegen mit 41 nur knapp dahinter.
