Die EU-Drogenagentur EUDA untersucht regelmäßig das Abwasser großer europäischer Städte. Die deutschen Werte zeigen dabei ein Ost-West-Gefälle der etwas anderen Art.
Das Prinzip ist simpel: Wer Drogen nimmt, scheidet sie auch wieder aus. Im Abwasser lässt sich das zuverlässig messen. Eine Studie der EUDA aus dem Jahr 2025 hat genau das untersucht. Insgesamt 13 deutsche Städte wurden unter die Lupe genommen. Das Ziel: Daten zum Drogenkonsum der Bevölkerung zu gewinnen.

Methamphetamin im Osten
Chemnitz liegt mit 381,6 Milligramm pro 1.000 Einwohner:innen bei Methamphetamin an der Spitze. Erfurt folgt mit 371,23, Dresden mit 327,16 Milligramm. Im Rest von Deutschland fallen die Werte deutlich ab. Lediglich Nürnberg misst mit 166,51 den einzigen dreistelligen Wert in den alten Bundesländern.
Im Zuge der Corona-Pandemie hatten sich die typischen Lieferwege eigentlich verändert. Tschechien, lange Zeit Hauptquelle für deutsches Methamphetamin, liefert heute deutlich weniger. Sicherstellungen aus tschechischer Produktion sind seitdem stark gesunken. Stattdessen wird inzwischen immer mehr über West- und Südeuropa importiert, unter anderem aus Spanien und den Niederlanden.
Am Konsumverhalten hat das aber nur wenig geändert. Selbst im europäischen Vergleich stechen Städte wie Chemnitz oder Dresden immer wieder hervor. Lediglich tschechische Städte wie Prag oder Pilsen (418, bzw. 499 Milligramm) können das noch überbieten.

Kokain im Westen
Bei Kokain dreht sich das Muster um. Frankfurt führt mit 723,84 Milligramm, Hamburg mit 707,37, Stuttgart mit 611,65. Berlin liegt mit 643,88 ebenfalls weit oben. Ostdeutschen Städte liegen deutlich weiter hinten. Chemnitz kommt auf 71,94 Milligramm, Dresden auf 106,14, Erfurt auf 140,53. Das ist gerade mal ein Fünftel der Westwerte.
Kokain bleibt damit die Droge der etablierten Großstadtzentren. Besonders in Finanzmetropolen wie Frankfurt oder München fällt das auf. Allein mit der Verfügbarkeit hat das wenig zu tun. Die Dichte an Großstädten, sowie das höhere Lohnniveau machen Westdeutschland für die Droge attraktiv.

