Sachsens Forschung hat ein Faible fürs Spezielle. Neben den üblichen Studiengängen wie BWL oder Jura findet man hier auch etwas exotischere Kandidaten.
Leipzig hat das einzige Sorabistik-Institut Deutschlands, das sich der Sprache und Kultur der Sorben widmet, dazu die Kulturen Südasiens und Tibets, sowie Buddhist Studies unter einem Dach. In Dresden wird es hingegen technisch und experimentell: Bahnsystemingenieurwesen bildet Fachkräfte fürs Schienennetz aus, die HfBK bietet mit Theaterdesign eine Ausbildung für Bühnenbild und Kostüm.
Im erzgebirgischen Schneeberg gibt’s Deutschlands einzige Studienrichtung für Holzgestaltung. Wer sie studiert, lernt Möbelbau, Restaurierung und Materialkunde in einer Region mit langer Holzhandwerk-Tradition. Zwickau punktet mit Gebärdensprachdolmetschen. Chemnitz bietet mit Sports Engineering einen Studiengang, den es deutschlandweit in dieser Form sonst nicht gibt: Ingenieurwissenschaft trifft auf den menschlichen Körper. Die Absolvent:innen entwickeln Sport-, Trainings- und Reha-Geräte. Dazu kommt Automobilinformatik, eine eigene Fachrichtung an der Schnittstelle von IT und Fahrzeugbau.
Die meisten Kuriositäten gibt’s aber in Freiberg. An der ältesten bergmännischen Uni der Welt kann man Industriearchäologie studieren, ein Fach, das alte Fabriken und Bergwerke erforscht, sowie Gießereitechnik und Groundwater Management. Drei Studiengänge, die man sonst kaum irgendwo in Deutschland findet, an einer einzigen Uni.
